Nikolausgedicht 2013

Wie auch in den letzten Jahren hat uns heuer wieder der Nikolaus auf unserer Weihnachtsfeier besucht. Dass er immer ein wachsames Auge auf uns hat, zeigt auch diesmal wieder das umfangreiche Gedicht, dass er uns vorgetragen hat. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an unseren Kameraden Thomas Wurschy.

Seid gegrüßt allhier im Saal
vom Nikolaus auch dieses Mal
Ihr wißt´s ja, ich komm drauß´ vom Wald
und da ist´s heut a bissle kalt.
Ihr seid schon sicher recht gespannt,
was vom Nik´laus wird genannt.
Auch dieses Mal in Vers und Reim
wie könnte es denn anders sein.

Auch wenn das Jahr mit Zoff begann
mit dem Tanker geht´s voran:
Die Karosse frisch lackiert,
Zierleisten hochglanzpoliert,
die Bremsen sind instand gesetzt,
Kabelstränge neu vernetzt.
Dichtungsgummis aufgetrieben,
stumpfe Scheiben blank gerieben.
Man hört den Motor wieder röhren -
die Armaturen sehr betören.
Neue Reifen mit Profil,
mit denen kommt man bald an´s Ziel.
Auf jeden Fall darf niemand sagen,
es hätte sich nichts zugetragen.
Ihr seht wenn man zusammen steht,
es doch beachtlich voran geht.
So fügt ein Teil zum andern sich
Das hör ich gern und freue mich!

Bei der Kameradschaftspflege
bringt ihr oft was in die Wege.
Wandern über Stock und Stein
kehrt in einer Hütte ein.
In Tannheims schönem Höfbräuhaus
klang der Wanderausflug aus
Ein Schwein am Spieß dreht seine Runden
im Kohlegrill und nach sechs Stunden
strömt sein Duft durch das Gebäude.
Versammelt steht hungrig die Meute
und lechzt nach saft´gen Bratenstücken
knusprige Haut sorgt für Verzücken!
Von Ali uns perfekt tranchiert
Blaukraut und Knödel wird serviert.
60 Kilo wog das Tier
Ruckzuck war´s weg – so steht es hier!

Und auch die Feier zum Advent
Gibt´s dieses mal zum Jahresend

Die Musikanten möcht´ ich loben.
Sie spiel´n für Euch nach ein paar Proben,
harmonisch – sauber - rund im Klang!
Doch was soll sagen ich zum G´sang?
Dass für´s Werk zählt guter Wille?-
Dass manchmal gut tut – nur die Stille?
Aber ich bin ja nicht beim Chor,
der verwöhnt mein altes Ohr,
sondern bei der Feuerwehr
und die muss können noch viel mehr.

Damit das klappt wird viel geübt
wobei auch manches sich begibt:
Freitag auf´d Nacht
20 nach acht:
Großübung im Nachbarkreis
Szenario ein Sägwerksbrand-
die fackeln gut – wie jeder weiß
da bräucht´ man Leut´ - das ist bekannt.
Ein Kamerad – hochmotiviert
gerade geduscht – tatooverziert -
kommt mit dem Roller angeflitzt,
auf dem in Unterhos´ er sitzt.
Jedoch danach kommt nicht mehr viel
Langweilig! – Ist doch nur Spiel!
Kein Kommandant – kein Kreisbrandmeister
Kein Gruppenführer – Scheibenkleister!!!
Es führt die zweite Garnitur
Zugführer – wer macht das nur?
Es reicht auch kaum das Mannschaftssoll
das zweite Fahrzeug nicht mal voll.
Denen, die dort war´n Dank gebührt
sie haben wacker sich geschlagen
und sicherlich auch nicht blamiert
das muss man hier und heute sagen!
Ach ja,
Der Rollerfahrer nur im Slip
fährt genauso wieder z´rück!
Sonst war er hoch der Übungsfleiß:
Im Vollschutzanzug strömt der Schweiß.
Leitung erden - Giftgas messen
Knoten und Stiche nicht vergessen.
Mastwurf, Halbschlag Rettungsknoten
und es wird noch mehr geboten:
Erste Hilfe – Lasten heben
lange Leitungen verlegen
Leiter steigen ohne Schwindel.
Im Wald ein Unfallopfer finden,
den Verletzten richtig retten
auf die Krankentrage betten
um den Hals ein Stiffneck legen
und dabei nicht viel bewegen.
Schere und Spreizer richtig führen.
Öffnen von verschloss´nen Türen.
Wo den Drucklüfter platzieren?
Entrauchen von verqualmtem Raum<
Löschaufbau für schweren Schaum.
Was tun, wenn Öl auf dem Gewässer?
Auf der Straße auch nicht besser.
Wieviel Druck im Hebekissen?
Und das alles sollt ihr wissen!
Was ist eine Rettungskarte?
Wie das Aggregat ich starte?
Welches Löschmittel verwenden?
Funksprüche korrekt versenden
Bedienung einer Kettensäge,
wie blind ich mich im Rauch bewege.
Wo find´ ich die Verkehrsleitkegel?
Was kommt denn noch? – Mir raucht der Schädel!
DV4 und UVV
Vorschriften, wohin ich schau`
Befehle richtig formulieren
und für´s Abzeichen trainieren.
B-Schlauch, C-Schlauch, Hohlstrahlrohr,
auf dem Dach der Monitor!
Die Beleuchtung schnell aufrichten,
ein geborst´nes Fass abdichten.
Wir bauen einen Dekoplatz
und lernen den GAMS-Regelsatz.

Viel Wissen Können – Fertigkeiten,
um den Einsatz zu bestreiten:
Doch wie fängt man eine Gans?
Im verwinkelten Gemäuer
- das verschlossen voll und ganz -
hier war guter Ratschlag teuer.
Das arme Tier - zu meiner Freud´
wurde schnell von Euch befreit.

Viel Kleinkram steht in der Tabelle,
wenn ich so durchschau auf die Schnelle:
Problemmüllwache, Wespennest
Absperrdienst bei manchem Fest.
Kamin- und ein Ölofenbrand
werden auch noch hier genannt.
Dazu Natur- und Denkmalschutz
beim herbstlichen Dachrinnenputz:
an Annakirch´ und Burgkapelle
war die Feuerwehr zur Stelle.

Gröbere Sachen gab es auch:
Vom Stoppelfeld stieg auf der Rauch
am Rand steht eine Ballenpresse
und qualmt wie eine Schmiedeesse.
Der Boden schwarz – die Sonne sticht
Zuckerschlecken war das nicht.

Auch gingen Regenfluten nieder
und aufs Neue sah man wieder
den Zusampegel drastisch schwellen;
ihr musstet Sandsackvorrat stellen.
Die Flut blieb aus und sank im Nu,
dafür schlug sie wo anders zu.
Niederbayern schwer in Not,
was eine weite Anfahrt bot.
Es rächt sich Technokratendenken!
Hochwasser lässt sich nicht lenken.

Die Natur zeigt ihre Krallen:
Im Sturmwind viele Bäume fallen.
Nach Neusäß ging die Einsatzfahrt,
bis in die Nacht hat man gewart´
bevor man Euch zu Hilfe rief,
trotz Dunkelheit ging hier nichts schief.

Zwei Fahrzeuge sind kollidiert,
eines hat sich überschlagen.
Den Leuten ist nicht viel passiert!
Glück gehabt, kann man nur sagen.

Die Aufgaben sich ständig mehren
und an Euren Kräften zehren.
Von Leuten, die im Ehrenamt
wird hier sehr viel abverlangt.

Das sollten auch mal die bedenken,
die Euch kaum Beachtung schenken
oder gar fordern noch viel mehr
Dinkel 13 – bitte sehr!
Wenn ein Event das nächste jagt
wird „Nichtengagement" beklagt!

Dabei sinkt ab die Helferzahl
übers Jahr fast jedesmal!!!
Und das macht mir richtig Sorgen!
Wer hilft denn über-übermorgen?
Wenn es heißt Alarm Brand vier
oder Wasser vor der Tür.

Ihr müht Euch ab mit Maus und Mann
beim Kinderferienprogramm.
Wie immer war die Hütte voll,
die Kleinen fanden´s richtig toll!
Was war das für ein Riesenspaß!
Zwei Kommandanten pitschenass -
bei der Abschlusswasserschlacht.
Selten hat man so gelacht!

Und trotzdem klein die Jugendwehr!
Da bräuchtet ihr halt dringend mehr.
Wenn´s weiterhin am Nachwuchs fehlt,
ist´s um die Zukunft schlecht bestellt.
Freizeitstress und das G8
zeigen Konkurrenz mit Macht.
Danach kommt gleich: Was bringt mir das?
Ist doch nicht cool – macht keinen Spass!
Irgendwo hier liegt das Problem
Ein großes ICH - ein kleines wir!
Und wenn man fragt : es liegt an wem?
Dann ist man ganz schnell wieder hier:
In unserer Gesellschaftsmitte
wird immer mehr der Ich-Mensch Sitte!
Doch die, die sich dagegen stemmen
und zur Mitmenschlichkeit bekennen,
für Schwächere sich engagieren
soziale Kälte kritisieren,
bekommen ganz schnell Schwierigkeiten
oftmals von Arbeitgeberseiten.
Wer will´s der Jugend dann verdenken,
die haben auch nichts zu verschenken!
Zeitarbeit und Niedriglohn -
ein zweiter Job – dann geht das schon!?
So einfach geht das eben nicht,
jedoch schweift ab jetzt mein Gedicht.

In diesem Kontext interessant
Nikolaus in Griechenland
heißt übersetzt:
„Sieg des Volkes" – Da schau her!
Im roten Mantel! – Wie ? - Was? – Wer?
Bevor jetzt Weltbilder zerfallen,
sage ich noch zu Euch allen:
Ich bin nur ein alter Mann,
der sich ein Gedicht ersann.

Und jetzt noch kurz zu jenen vier,
die steh´n zur Bürgermeisterkür.
Eventkultur und Partymeilen
füllen oft die Zeitungszeilen.
Was dabei draufgeht, ist egal!
Wichtig nur die Besucherzahl.
Dem Euro, der hier kräftig rollt,
wird einzig der Respekt gezollt.
Den großen Festplatz ruinieren
mit Parkplätzen zu asphaltieren,
dabei die Stromversorgung kappen!
Wie soll da ein Jubiläum klappen?

Ein Bauhof wird dringend gebraucht,
aber ein Bahnhof wird gekauft!
Umgehungstraßen durch die Auen,
die niemand braucht - Natur versauen.
Das örtliche Bestattungswesen,
ist sicher besser mal gewesen!
Marode Straßen – morsche Brücken,
keinen Kämmerer beglücken!
Hochwasserschutz und Schulturnhalle -
ewig droht die Schuldenfalle.

Viele Probleme sind zu lösen,
als wärn´s nicht schon genug gewesen.
Wer neu ins Amt kommt, hat es schwer!
Und denk auch an die Feuerwehr!!!

Nun ist es Zeit für mich zu geh´n,
noch andre Menschen woll´n mich seh´n.
Es ist an mir Euch hoch zu loben

im Auftrage des Herrn da droben! Das zu sagen meine Pflicht
am End´ vom Nikolausgedicht.
Doch nicht nur Pflicht für mich auch Ehr`
wenn ich Euch dies Lob gewähr!

Ich wünsch´ Euch schöne Weihnachtszeit
voll Ruhe und Besinnlichkeit.
Übers Jahr viel Glück und Segen
auf allen Euren Lebenswegen.
Bei Übung und Einsatz viel Geschick,
kommt stets gesund vom Dienst zurück.
Bleibt wie Ihr seid, so will ich meinen
Einer für alle - alle für einen!!