Die Jahre 1991 bis 1996

Am 21.04.1991 wurde im Rahmen des Floriansfestes das neue MZF zusammen mit zwei neuen TSF für die Feuerwehren Fleinhausen und Grünenbaindt vom damaligen Pfarrer Neuß gesegnet und von Bürgermeister Eser an die Wehr übergeben. Die ebenfalls mit einem neuen TSF ausgestattete Feuerwehr Ried zog eine eigene Segnung in Ried dieser Veranstaltung vor. Drei Großbrände mussten in diesem Jahr bekämpft werden, am 8.7.1991 ein Scheunenbrand in Kühbach, wenig später am 23.7. der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Mödishofen und schließlich am 28.08. der Brand von Stall und Scheune Wessinger in Oberschöneberg. Letzteres Anwesen wurde bereits einmal 1978 ein Raub der Flammen und erfuhr vor dem Brand durch einen Sturmschaden im Februar 1990 eine umfassende Dacherneuerung. Nach diesem neuerlichen Großschaden entschloss sich der Inhaber zur Aufgabe der landwirtschaftlichen Nutzung. Heute (2007) beherbergt das Gebäude eine Schreinerei. Ausrüstungstechnisch war in diesem Jahr die endgültige Aussonderung des alten Rettungssatzes Hurst zu notieren, welcher zuletzt nur noch im Spreizerbetrieb genutzt werden konnte. Die Zahl der Pressluftamer erhöhte sich durch zwei Neubeschaffungen auf gesamt acht, wodurch jetzt einsatztaktisch richtig zwei Atemschutztrupps mit jeweils einem Ersatztrupp eingesetzt werden konnten. Überdies wurde zum Jahresende 1991 von der Feuerwehr in Eigenleistung der Unterrichtsraum renoviert und die alte Eckbank des Gasthofes Vikari dort eingebaut. Die Platzverhältnisse wurden dadurch natürlich nicht verbessert, weshalb sich der Bauausschuss nach einem erneuten Schreiben des Kommandanten am 05.05.1992 wieder einmal mit diesem Thema beschäftigte. Der hierbei gemachte Vorschlag, zwischen Wohnhaus und Fahrzeughalle eine Waschhalle zu bauen, wurde von der Wehr voll unterstützt und umfassende Eigenleistung angeboten. Auch dieser Plan verschwand mit den Jahren allerdings in den Archiven oder Papierkörben des Rathauses. Grund hierfür waren zum einen fehlende finanzielle Mittel, zum anderen die Tatsache, dass niemand in der Gemeinde eine Idee hatte, was mit dem Bauhof geschehen solle.

Immer wieder wurde und wird die FF Dinkelscherben zu Unwettereinsätzen nach Stürmen oder langen Regenperioden gerufen. Auch 1992 hatte die Wehr zur Beseitigung der Schäden nach einem Gewittersturm alle Hände voll zu tun. Mehr als 25 Einsätze galt es dabei in der Nacht vom 21. auf 22.07.1992 abzuarbeiten, und dies, nachdem die Wehr in diesem Monat mit einem Brand am 1. Juli in Schempach schon stark gefordert worden war. Über ein relativ ruhiges Einsatzjahr 1993 konnte der Kommandant auf der Jahreshauptversammlung am 12.03.1994 berichten, in welcher er als absolute Minimallösung zur Linderung der Raumnot die Errichtung zweier Fertiggaragen auf dem Feuerwehrgelände forderte. Diese Lösung fand letztlich Gehör bei den politisch Verantwortlichen, da dies den finanziellen Rahmen der Gemeinde nicht sprengte. Ein finanzieller Rahmen, der zu dieser Zeit und auch lange Jahre danach noch ein stets wachsendes Defizit einer gemeindlichen Musikschule von zu dieser Zeit jährlich rund 200000 DM aushielt.

Diese Jahreshauptversammlung erbrachte auch einen Generationswechsel in der Vereinsführung, nachdem der langjährige Vorstand Anton Fischer auch im Hinblick auf das anstehende Gründungsjubiläum die Verantwortung in jüngere Hände legen wollte. Neuer Vorstandsvorsitzender wurde Joachim Aumann, sein Stellvertreter Josef Wolitz. Einer komplett neu aufgestellten Vorstandschaft war es nun angetragen, die Vorbereitungen für das 125-jährige Jubiläumsfest zu treffen. Anton Fischer wurde für seine 20-jährige Zeit an der Spitze des Vereins zum Ehrenvorstand ernannt. Somit verfügte er wie wohl kein anderer über die Ehrentitel Ehrenvorstand, Ehrenkommandant, Ehrenkreisbrandmeister, Ehrenbürger. Zeugnisse für beispielloses bürgerschaftliches Wirken.

Einsätze bei Großbränden führten die Wehr in den Osten der Großgemeinde, am 19.05.1994 zum Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Lindach und am 04.07.1994 mitten in der Nacht zum Großbrand der Schreinerei Langenmair in Au. In beiden Fällen konnte ein Übergreifen der Flammen auf die eweiligen Wohnhäuser verhindert und Schaden an Tieren vermieden werden. In Au war die Wehr zudem wieder zu einer umfassenden Brandwache aufgerufen. Ein erfreulicheres Ereignis war die Auswahl Dinkelscherbens zum Etappenort der BR-Radltour im August. Die Unterbringung, Verpflegung und Unterhaltung von mehreren 100 Radfahrern, die an dieser Breitensportveranstaltung teilnahmen konnte man getrost als organisatorische Meisterleistung der Dinkelscherber Vereine, darunter natürlich auch die Feuerwehr bezeichnen. Ein abendlicher musikalischer Höhepunkt war hierbei sicherlich der stimm- und auch sonst gewaltige Live-Auftritt des amerikanischen Popduos „Weather Girls" vor ca. 4000 Zuschauern.

Auf der Jahreshauptversammlung am 28.01.1995 wurde von der Versammlung beschlossen, das 125-Gründungsjubiläum im Rahmen eines großen Feuerwehrfestes zu begehen. Außerdem erinnerte der Kommandant an die dringende Ersatzbeschaffung für das 25 Jahre alte LF 8 und sah als einzig sinnvolle Lösung ein LF 16. Interessant in diesem Zusammenhang ist dabei auch, dass ja das Vorgängerfahrzeug des LF 8 ein LF 15 war und seinerzeit vor allem aus Führerscheingründen das kleinere Fahrzeug beschafft wurde. Aufgrund der Tatsache, dass der Besuch von Ballveranstaltungen immer mehr zu wünschen übrig ließ, beschloss die Vorstandschaft nach dem äußerst schlecht besuchten Feuerwehrball am 11. Februar 1995 diese Veranstaltung „sterben zu lassen". Am 18.07.1995 beschloss der Marktrat einstimmig die Beschaffung eines LF 16/12 mit kompletter Beladung als Ersatz für das LF 8. Im Herbst des Jahres wurden die schwergängigen Tore des Feuerwehrhauses durch nach oben öffnende Sektionaltore ersetzt und diverse Umgestaltungen der Räume und Schönheitsreparaturen durchgeführt. Außerdem wurden gegenüber der Fahrzeughalle zwei Fertiggaragen errichtet, um so die Raumnot etwas zu lindern. Die Kosten für diese Maßnahmen beliefen sich auf rd. 90000 DM. Im gleichen Jahr wurde auch eine neue Kläranlage eingeweiht, deren aufwändig gestaltetes, groß dimensioniertes Maschinenhaus an jedem Architekturwettbewerb erfolgreich teilnehmen könnte.

Die Kommunalwahl im März 1996 brachte große Veränderungen für die Feuerwehr. Zum einen trat der langjährige Bürgermeister Eser nach 24 Jahren nicht mehr an, sein Nachfolger wurde in der Stichwahl der Vorstand der Musikvereinigung Peter Baumeister. Viel bedeutender für die aktive Wehr war allerdings die gleichzeitige Wahl des Kommandanten Albert Lettinger zum Bürgermeister der Nachbargemeinde Zusmarshausen. Dies und die Tatsache, dass der stv. Kommandant Werner Mornhart aus gesundheitlichen Gründen sein Amt aufgeben musste, machten eine Neuwahl der Wehrführung nötig.

Mit Wolfgang Fischer und Erwin Gumpinger traten zwei erfahrene Wehrmänner in die Fußstapfen ihrer Vorgänger und hatten somit auch die Aufgabe, die Wehr beim anstehenden Jubiläum zu präsentieren und zu führen. Kaum im Amt mussten sich beide bereits bei einem spektakulären Einsatz bewähren, als am 06.08.1996 auf Höhe Anried ein Langholz-LKW von einem Feldweg auf die Bahnlinie Ulm-Augsburg stürzte und einen nachfolgenden Nahverkehrszug zum Entgleisen brachte. Außer drei Leichtverletzten und hohem Sachschaden waren keine weiteren Schäden zu beklagen, aber allein das Alarmstichwort „Zugunglück" und der erste Anblick am Unglücksort ließen zunächst Schlimmeres befürchten. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn statt des bereits mit geringer Geschwindigkeit fahrenden Nahverkehrszuges ein Intercity gekommen wäre ...

Kurz vor Weihnachten war es dann so weit. Das neue LF 16/12 Mercedes-Benz 1224 konnte bei der Herstellerfirma Metz in Karlsruhe abgeholt werden. Dieses funktionell ausgestattete Fahrzeug stellte für die Wehr geradezu einen „Quantensprung" dar. Vor allem die durchdachte Verlastung der Geräte für die THL sollte sich von nun an äußerst positiv auf die Hilfeleistung bei Verkehrsunfällen auswirken. Auch zwei in der Mannschaftskabine eingebaute Preßluftatmer erhöhten die Effektivität bei Brandeinsätzen und erleichterten dem Gruppenführer das taktische Vorgehen. Das Jahr 1997 sollte das große Jubiläumsjahr der Wehr werden und war gekennzeichnet von allumfassenden Aktivitäten mit dem Ziel, ein erfolgreiches Feuerwehrfest zu feiern. Ein glücklicher Umstand in diesem Jahre war, dass zwar 55 Einsätze zu bewältigen waren, allerdings keine Großbrände oder schwere Verkehrsunfälle.