Die Jahre 2009 bis 2014

Bereits aus dem neuen Feuerwehrhaus musste die Wehr am 23. Oktober in den frühen Morgenstunden ausrücken. Ein Viehtransporter war zwischen Dinkelscherben und Uttenhofen mit einem Rettungswagen kollidiert, da wohl beide Fahrer die Breite ihrer Gefährte etwas unterschätzt hatten. Die Unfallstelle war mit Einzelteilen und dem Inhalt des RTW übersät, glücklicherweise gab es aber keinen nennenswerten Personenschaden.

Das Jahr 2010 war von mehreren größeren Bränden gekennzeichnet:
Großer Sachschaden entstand am 25. April bei einem nächtlichen Garagenbrand in Grünenbaindt, der unter Einsatz von Preßluftatmern und nach erheblicher Einsatzdauer gelöscht werden konnte. Ein weiteres Mal war Grünenbaindt Einsatzziel, als am 8. Juli in den frühen Morgenstunden ein nicht mehr genutztes landwirtschaftliches Anwesen in Flammen stand. Gemeinsam mit der Ortsfeuerwehr konnte ein Übergreifen des Feuers auf das angebaute Wohnhaus verhindert werden.

Und wieder alarmierte die Sirene in den frühen Morgenstunden des 21.Oktober unsere Wehr zu einem Brand nach Saulach. Fast genau 4 Jahre nach dem letzten Brand am 22.10.2006 stand das Anwesen Saulach 26 nun schon zum vierten Mal in Flammen. Unter großem Einsatz auch verschiedener Ortsteilwehren konnte das Feuer unter Kontrolle gebracht werden. Der Sachschaden betrug über 200000 Euro. Wenige Tage später konnte dann eine zu den Brandgeschädigten in Beziehung stehende Person als der „Feuerteufel" überführt werden.

Damit endete eine unheimliche Brandserie mit 5 Großbränden und einem in der Entstehungsphase gelöschten Feuer. Erfreulicheres Ereignis war wenige Tage später die Übergabe eines neuen Rettungssatzes Weber, bestehend aus Spreizer SP49 und Schere RSX 200-107. Dieses neue Gerät ersetzte den Rettungssatz aus dem LF 16 von 1996 und trug durch wesentlich bessere Leistung der Entwicklung im Automobilbau Rechnung.

Eine Wohnungsbrand kurz vor Weihnachten in Dinkelscherben beendete die Einsatzstatistik eines an schweren Einsätzen reichen Jahres.

Merkwürdige Begleitumstände hatte ein tödlicher Motorradunfall am 07. Mai 2011.
Bei der Elmischwangmühle kollidierte ein PS-starkes Motorrad mit einem abbiegenden Lieferwagen. Für den Motorradfahrer kam jede Hilfe zu spät, der Fahrer des Lieferwagens wurde schwer verletzt. Die geschätzte Aufprallgeschwindigkeit lag im Bereich von 200 km/h, der Lieferwagen wurde dabei um 1,5 m versetzt. Im Nachhinein wurde bekannt, daß es sich beim Motorradfahrer um einen lange gesuchten Raser handelte, der sich im Internet als „Turborider" produziert hatte. Die darin gezeigten Filmchen zeigten Szenen, in denen er mit Geschwindigkeiten im Bereich von 300 km/h über Landstraßen jagte. Nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn kein Lieferwagen, sondern vielleicht eine Familie in einem Kleinwagen abgebogen wäre…

Mit immer wiederkehrender Regelmäßigkeit wurde die Wehr zu Einsätzen ins örtliche Altenheim alarmiert, die sich hinterher als Fehlalarmierungen aufgrund Störungen der Brandmeldeanlage herausstellten. Mit dieser Annahme rückte die Wehr dann in den Abendstunden des 23. Juli 2011 wieder einmal ins Spital aus. Diesmal signalisierte Rauch im Innenhof allerdings den Ernstfall. Ein Schwelbrand in der Hackschnitzelheizung konnte jedoch recht schnell gelöscht werden, der Heimbetrieb wurde nicht nennenswert gestört.

Eine große Abordnung der Wehr, aber auch politischer und gesellschaftlicher Prominenz begleitete den Ehrenvorstand Anton Fischer im November 2011 auf seinem letzten Weg. Im Alter von 89 Jahren war er nach längerer Krankheit am 03.11.2011 gestorben.

Sein Leben war – wie wohl kaum das eines anderen – von der Feuerwehr geprägt. Über 30 Jahre führte er die Wehr als Kommandant, danach als Vorstand. Feuerwehr war mit Sicherheit sein Lebensinhalt, zumal da er parallel zu seiner ehrenamtlichen Tätigkeit ein sehr erfolgreiches Feuerwehrausrüstungsunternehmen aufbaute. Anton Fischer hat in der Wehr und in der politischen Gemeinde tiefen Spuren engagierten Wirkens hinterlassen.

Eine logistische und organisatorische Großleistung stellt für die Feuerwehr der alle sieben Jahre in Dinkelscherben stattfindende Schäfflertanz dar, dessen Züge durch den Markt von Feuerwehrkräften abgesichert werden müssen. Dies war turnusgemäß auch wieder im Fasching 2012 der Fall, als Kräfte der Wehr Sonntag für Sonntag der Karawane des Schäfflertanzes durch die Straßen Dinkelscherbens folgten und den sicheren Verlauf der Veranstaltung garantierten.

Am 19. Und 20. Mai feierte die Wehr im kleineren Rahmen ihr 140-jähriges Bestehen und gleichzeitig 40 Jahr Freundschaft mit der FF Weismain aus Oberfranken. Ein geselliger Festabend und ein Tag der offenen tür am folgenden Sonntag waren die Höhepunkte der Feierlichkeit.

Ein Großbrand im Ortsteil Häder forderte die Kräfte der FF Dinkelscherben in umfangreichem Maße. Dabei wurde ein Scheunengebäude Raub der Flammen. Als erschwerend für diesen Einsatz stellte sich die auf dem Dach montierte Photovoltaikanlage heraus. Ein Thema, das Feuerwehren im Einsatz immer mehr beschäftigt. Gemeinsam mit der Orts- und weiteren Ortsteilwehren konnte ein Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude verhindert werden.

Zusätzlich im Einsatz war auch die Drehleiter aus Diedorf, die aufgrund der neuen Alarm- und Ausrückeordnung alarmiert worden war. Wenige Tage später, am 10. August mussten die Fahrzeuge nur die Straße am Gerätehaus überqueren, um zum Einsatzziel „Am Zehentstadel" zu gelangen. Dort war es in Abwesenheit der Bewohner zu einem Zimmerbrand gekommen, der unter Einsatz von Atemschutz rasch bekämpft werden konnte. Der Rauchschaden war – wie häufig bei derartigen Bränden – weitaus höher als der unmittelbare Brandschaden.

Anzumerken ist, daß die Untersützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung (UG OEL), welche im Landkreis Aufsburg von der FF Dinkelscherben gestellt wird, im Jahre 2012 zu insgesamt 8 Einsätzen bei Großeinsätzen im gesamten Landkreis alarmier wurde.

Gleich zu Beginn des neuen Jahres wurde die Wehr am 01.02.2013 zu einem Verkehrsunfall in den Nachbarlandkreis auf die B 300 bei Uttenhofen alarmiert. Gemeinsam mit der FF Ziemetshausen wurde der schwer eingeklemmte PKW-Fahrer aus seinem Fahrzeug befreit. Durch die integrierte Leitstelle ist es nun auch einfacher möglich, landkreisübergreifend zu alarmieren. Durch die periphere Lage Dinkelscherbens hat sich dadurch der Einsatzbereich bedeutend vergrößert.

Nachdem das Tanklöschfahrzeug inzwischen ein Alter von 30 Jahren erreicht hatte, wurde von der Wehrführung der Antrag auf Ersatzbeschaffung eines LF 20/20 an die Gemeinde gestellt, welche diesem Wunsch entsprach. Im Laufe des Jahres wurde dann die Beladung des Fahrzeuges definiert und Fahrzeuge verschiedener Hersteller von den Feuerwehrkameraden in Testfahrten verglichen. Eindeutig bevorzugt wurde das Fahrgestell des Herstellers MAN.

Zum Ende des Jahres begann dann der Aufbau des künftigen Fahrzeuges bei der Firma Rosenbauer in Linz. Ein Katastrophenereignis besonderer Art war im Juni das sintflutartige Hochwasser in vielen Regionen Deutschlands. In Bayern war hiervon besonders der Donauraum von Regensburg bis Passau betroffen, wo die Donau weite Landstriche nahezu verwüstete. Ganz schlimm erwischte es auch den Raum Deggendorf, wo die ungebremste Flut der Donau in manchen Orten bereits das 2. Obergeschoss von Wohnhäusern erreichte.

Diese größte Hochwasserkatastrophe machte die Mobilisierung aller Hilfsorganisationen in der Region, aber auch darüberhinaus nötig. Auch aus dem Landkreis Augsburg wurden am 04.06.2013 85 Helfer nach Deggendorf abgeordnet, darunter auch 10 Kameraden der FF Dinkelscherben. Mit einem gewaltigen Einsatz an Personal und Gerät wurde versucht, der zerstörerischen Flut Herr zu werden, was dann letztlich auch in gewissem Sinne gelang. Das ungeheure Ausmaß der Zerstörungen und des menschlichen Leides durch den Verlust des gesamten Hab und Gutes verdeutlichte aber drastisch die Hilflosigkeit des Menschen gegenüber derartigen Naturkatastrophen, deren Ursache sicherlich auch in den Menschen selbst zu suchen ist.

Einen Führungswechsel brachte dann die Jahreshauptversammlung der Wehr am 17. Januar 2014. Der bisherige Kommandant Erwin Gumpinger stellte sich nach 12 Jahren im Amt nicht mehr zur Wahl, besonders auch aufgrund der Tatsache, daß er neben dem Amt des Kommandanten auch noch als Kreisbrandmeister fungierte. Diese Doppelbelastung war Hauptgrund für seinen Entschluß, die Führung der Wehr in jüngere Hände zu legen. Mit großer Mehrheit wurde der bisherige Stellvertreter Josef Wenisch zum 1. Kommandanten, der bisherige Jugendwart Andreas Hafner zu seinem Stellvertreter gewählt.

Eine wichtige Aufgabe der neuen Führung wird es sein, einen Generationswechsel umzusetzen und in Personalplanung, Ausstattung und Ausbildung dem demographischen Wandel mit rückläufigen Aktivenzahlen und geringerer Tagesalarmstärke Rechnung zu tragen.